Traktandum 4
Ferienheim Saggberg: Sanierung der Dach- und Sanitärinstallationen; Verpflichtungskredit von CHF 450'000
4.1 Die Vorlage im Überblick
Das Ferienheim Saggberg ist eine stark nachgefragte gemeindeeigene Unterkunft für Schulen, Vereine, Familien und Gruppen. Damit das Gebäude langfristig sicher, nutzbar und wirtschaftlich betrieben werden kann, müssen die asbesthaltige Dacheindeckung ersetzt, die Dachflächen energetisch verbessert sowie die sanierungsbedürftige Dusche im Untergeschoss und die Warmwasseraufbereitung erneuert werden.
Der Gemeinderat beantragt hierfür einen Brutto-Verpflichtungskredit von CHF 450'000 inklusive Mehrwertsteuer, Reserven und Nebenkosten. Ein allfälliger Beitrag aus dem Energiefonds 2027 wird separat ausgewiesen und vermindert den bewilligten Bruttokredit nicht.
4.2 Ausgangslage
Die letzten grösseren Sanierungsarbeiten am Ferienheim Saggberg haben in den Jahren 2000 bis 2010 stattgefunden. Dabei wurden die Zimmer und Nasszellen der Obergeschosse saniert, die Küche ersetzt, der Aufenthalts- und Essraum erweitert und die Elektroinstallation erneuert. An den Dachflächen wurden keine Sanierungsarbeiten vorgenommen. Bei der jährlichen Dachkontrolle werden lediglich kleinere, notwendige Reparaturen ausgeführt.
Das Gebäude verfügt über ein Steildach mit insgesamt sieben Dachgauben. Die Anbauten an der Süd- und Ostfassade sind mit einem Flachdach gedeckt. Die Eindeckung besteht aus asbesthaltigem Eternit.
(Stratus)
(elmer + blumer, 01.2026)
Dachsanierung
Um das Ferienhaus langfristig erhalten zu können, ist ein dichtes Dach zentral. Bei der Dachsanierung wird das asbesthaltige Eternitdach gemäss den geltenden Vorschriften demontiert und fachgerecht entsorgt. Anschliessend wird das Dach neu abgedichtet, neu gedämmt und eingedeckt. Aufgrund der zahlreichen Gauben, Dachfenster und Dachschrägen ist die Sanierung aufwendig.
Mit der Planung der Dachsanierung wurde geprüft, ob sich der Standort und die Dachflächen für die Montage einer Photovoltaikanlage eignen. Mit der Produktion kann der Eigenstromverbrauch gedeckt werden und bei Überproduktion kann der selbstproduzierte Strom mittels einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) auf weitere Liegenschaften verteilt werden. Anhand des gemessenen Stromverbrauches im Jahr 2025 wurde eine Simulation zur Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen. Da die bestehenden Elektroboiler durch Wärmepumpenboiler ersetzt werden, ist auch dieser Aspekt mittels Schätzung eingeflossen. Da keine separate Verbrauchsmessung der Wassererwärmung vorliegt, kann dies nur geschätzt werden. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung weist eine Amortisationsdauer von rund 10 bis 15 Jahren aus, je nach Ausbaustand. Aufgrund dieser Aspekte wird die Installation einer Photovoltaikanlage beantragt.
Sanierung Nasszellen und Boilerersatz
Im Untergeschoss ist eine Gruppendusche mit zentralen Duschbrausen. Bei den Sanierungsarbeiten in den Jahren 2000 bis 2010 sind diese nicht berücksichtigt worden. Neu werden Wandbrausen und Duschtrennwände montiert. In der Garderobe und Dusche werden Wände und Decken neu gestrichen.
Die zwei über dreissigjährigen Elektroboiler werden durch Wärmepumpenboiler ersetzt. Beim Ersatz sind die Sanitär- und Elektroinstallation zu überprüfen und dem heutigen Stand der Technik anzupassen.
4.3 Finanzielle Auswirkungen
Für die Sanierungsarbeiten liegen Kostenschätzungen vor; diese stellen sich wie folgt zusammen:
| Beschreibung |
| Kosten in CHF |
| Baustelleneinrichtung | 54'000.00 | |
| Steildach | 142'000.00 | |
| Flachdach | 61'000.00 | |
| Zwischentotal 1 | 257'000.00 | |
| Kostenschätzung Dachsanierung (Genauigkeitsgrad +/- 15 %) | 39'000.00 | |
| Zwischentotal Dachsanierung |
| 296'000.00 |
| Photovoltaikanlage | 50'000.00 | |
| Kostenschätzung Photovoltaikanlage (Genauigkeitsgrad +/- 25 %) | 12'500.00 | |
| Zwischentotal Photovoltaikanlage |
| 62'500.00 |
| Total Dachsanierung inkl. Photovoltaikanlage | 358'500.00 | |
| Sanierung Nasszelle im Untergeschoss mit Ersatz der Elektroboiler | 30'000.00 | |
| Total Sanierungsarbeiten exkl. MwSt. | 388'500.00 | |
| MwSt. 8.1% (gerundet) | 31'500.00 | |
| Total Sanierungsarbeiten inkl. MwSt. 8.1 % (Stand August 2026) | 420'000.00 | |
| Reserven für Ausführungsplanung, Baubewilligung, allg. Gebühren und Unvorhergesehenes | 30'000.00 | |
| Total Verpflichtungskredit | 450'000.00 | |
| Beitrag Energiefonds 2027 | -200'000.00 |
4.4 Erwägungen des Gemeinderats
Das Ferienheim Saggberg ist ein beliebter Rückzugsort für Schule, Vereine und Private. Dem Gemeinderat ist es wichtig, die Liegenschaft nachhaltig zu unterhalten und zu betreiben. Mit den geplanten Sanierungsarbeiten werden Investitionen für einen langfristigen Erhalt des Ferienheimes getätigt. Mit der Sanierung der Dachflächen ist sichergestellt, dass der sanierte Innenausbau keinen Schaden nimmt.
Neben der intensiven Nutzung durch die Schulen der Gemeinde Glarus ist das Ferienheim Saggberg auch ein touristisches Juwel, welches über die Kantonsgrenzen hinaus strahlt und Gästen das Glarnerland näherbringt.
4.5 Antrag an die Gemeindeversammlung
Gestützt auf Art. 131 Abs. 1 Bst. h der Verfassung des Kantons Glarus, Art. 14 Abs. 2 Bst. a der Gemeindeordnung sowie Art. 42–44 des Gesetzes über den Finanzhaushaltes des Kantons Glarus und seiner Gemeinden beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung, folgenden Beschluss zu fassen:
- Für die Sanierung des Ferienheims Saggberg, umfassend die Dachsanierung inklusive fachgerechter Demontage und Entsorgung der asbesthaltigen Dacheindeckung, die Installation einer Photovoltaikanlage, die Sanierung der Nasszelle im Untergeschoss sowie den Ersatz des Warmwasserboilers, wird ein Verpflichtungskredit von CHF 450'000 inklusive Mehrwertsteuer, Reserven und Nebenkosten bewilligt. Die Kreditsumme erhöht oder vermindert sich um die zwischen der Aufstellung der Preisbasis [Baukostenindex Stand Oktober 2025] und der Bauausführung eingetretene Baukostenentwicklung.
- Der Gemeinderat wird mit dem Vollzug beauftragt.
Stellungnahme der Geschäftsprüfungskommission (GPK)
Die Sanierung der Dach- und Sanitärinstallationen sowie die Prüfung der Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromproduktion für den Eigenverbrauch und zur Einspeisung eines allfälligen Stromüberschusses in die LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft) wurden detailliert vorbereitet. Die Kosten werden transparent aufgezeigt.
Die GPK empfiehlt der Gemeindeversammlung, dem vom Gemeinderat beantragten Verpflichtungskredit in der Höhe von CHF 450'000 zuzustimmen.