Traktandum 1
Begrüssung und Mitteilungen
Begrüssung
Liebe Stimmberechtigte
Im Namen des Gemeinderats laden wir Sie herzlich zur Gemeindeversammlung 1/2026
vom 5. Juni 2026 ein.
Mit Ihrer Teilnahme an der Gemeindeversammlung stellen Sie die Weichen für die Zukunft Ihrer Gemeinde, beispielsweise beim Thema Hochwasserschutz Linth.
Die Jahresrechnung gibt die Gelegenheit, auf ein anspruchsvolles Jahr 2025 zurückzublicken, in dem auch die Mitarbeitenden der Gemeinde einen wichtigen Beitrag zur Sanierung der Finanzen geleistet haben. Wir werden Ihnen aufzeigen, wie weit wir mit unseren Anstrengungen gekommen sind und wie viel noch zu tun ist.
Beteiligen Sie sich aktiv an der Gemeindeversammlung – dieser wichtige Anlass in der Turnhalle Buchholz ist nicht den Politikerinnen und Politikern vorbehalten, sondern er ist die beste Gelegenheit, dass sich Bürgerinnen und Bürger zu den vorgelegten Traktanden äussern können. Sie haben die Möglichkeit, sich jederzeit zu Wort zu melden und Anträge einzubringen.
An der Informationsveranstaltung vom 18. Mai 2026 besteht die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch über die Geschäfte der Gemeindeversammlung 1/2026 zu diskutieren. An diesem Anlass ist ausreichend Zeit eingeplant, so dass wir Ihnen auch Ausführungen zu Hintergrundinformationen machen können.
| Wir möchten Sie über unsere neue Broschüre zur Gemeindeversammlung informieren, die Ihnen erstmals separat zum Memorial zugestellt wird. Die Broschüre enthält neu Ihren persönlichen Stimmrechtsausweis sowie in kompakter Form wichtige Informationen zu den Traktanden der Gemeindeversammlung. Alle weiteren Informationen finden Sie direkt in der Broschüre. |
Im Namen des Gemeinderats Glarus
Gemeindepräsident | Gemeindeschreiberin |
Bitte nehmen Sie Ihren persönlichen Stimmrechtsausweis an die Gemeindeversammlung mit.
Terminvorschau
- Montag, 18. Mai 2026: Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung 1/2026
- Freitag, 5. Juni 2026: Gemeindeversammlung 1/2026
- Montag, 9. November 2026: Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung 2/2026
- Freitag, 27. November 2026: Gemeindeversammlung 2/2026
(Änderungen vorbehalten)
Alle Personen- und Funktionsbezeichnungen in diesem Memorial beziehen sich auf alle Geschlechter.
Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zum Finanzhaushalt der Gemeinde, zur Jahresrechnung, zur Abrechnung der von den Stimmberechtigten beschlossenen Kredite sowie zur Amtsführung des Gemeinderats, der Schulkommission, der Verwaltung, der beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten Technische Betriebe Glarus (tb.glarus) und cura unita glarus (cug) sowie der Stiftungen im Jahr 2025
Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) nimmt gemäss Gemeindeordnung die Aufgabe wahr, die Rechtmässigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung der Gemeindebehörden, der Verwaltung, der Betriebe und Anstalten sowie die Anträge des Gemeinderats im Zuständigkeitsbereich der Stimmberechtigten zu prüfen. Der vorliegende Bericht bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2025.
Im Berichtsjahr fanden sieben ordentliche Sitzungen der GPK statt. Zudem nahm die Kommission an zwei Sitzungen mit dem Gemeinderat teil, um die relevanten Geschäfte der Gemeindeversammlungen zu besprechen. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten und der Verwaltung war grundsätzlich konstruktiv. Gleichzeitig stellt die GPK fest, dass die Abstimmung zwischen den Verwaltungsebenen teilweise noch nicht die notwendige Klarheit und Verbindlichkeit aufweist.
Die GPK hat die Umsetzung der neuen Gemeindestruktur weiterhin aufmerksam begleitet. Die Erfahrungen im Jahr 2025 zeigen deutlich, dass die angestrebten Verbesserungen in Effizienz und Steuerung bisher nur teilweise erreicht wurden. Insbesondere bestehen weiterhin Unklarheiten in Zuständigkeiten sowie Ineffizienzen in den Abläufen.
Wie in den Vorjahren wurden die Departemente des Gemeinderats individuell überprüft. Neben standardisierten Fragestellungen wurden auch spezifische Themen aufgenommen. Ziel war es, Organisation und Abläufe zu analysieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Die Gespräche wurden dokumentiert und bilden die Grundlage für die weitere Beurteilung.
Schwerpunkt 2025: Effizienz und Wirtschaftlichkeit der neuen Gemeindestruktur
Im Jahr 2025 setzte die GPK ihren Schwerpunkt auf die Überprüfung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit der neuen Gemeindestruktur. Ziel war es, den Ressourceneinsatz, die Entscheidungswege sowie die Koordination zwischen den Verwaltungsebenen vertieft zu analysieren.
Die Auswertung zeigt ein deutlich ambivalentes Bild: Positiv werden engagierte Mitarbeitende, funktionierende Teams sowie teilweise kurze Entscheidungswege innerhalb einzelner Bereiche wahrgenommen. Demgegenüber stehen jedoch strukturelle Schwächen, welche die Effizienz der Gesamtorganisation spürbar beeinträchtigen.
Insbesondere bestehen weiterhin unklare Kompetenzregelungen und eine ungenügende Trennung zwischen strategischer und operativer Ebene. Dies führt dazu, dass operative Fragestellungen regelmässig auf Ebene des Gemeinderats behandelt werden müssen. Die Folge sind verlängerte Entscheidungsprozesse, Doppelspurigkeiten sowie eine erhöhte Belastung aller Beteiligten.
Die Leiterkonferenz wird zwar als wichtiges Instrument anerkannt, verfügt jedoch aus Sicht der GPK noch immer nicht über die notwendige Entscheidungskompetenz und Verbindlichkeit. Dies führt zu Unsicherheiten in der Umsetzung sowie zu Verzögerungen bei Projekten und Geschäften.
Weiter stellt die GPK fest, dass die Kommunikation innerhalb der Verwaltung sowie zwischen Politik und Verwaltung uneinheitlich erfolgt. Informationen werden teilweise verzögert oder unvollständig weitergegeben, was die Effizienz zusätzlich beeinträchtigt und zu Unsicherheiten bei den Mitarbeitenden führt.
Im Bildungsbereich zeigen sich die Herausforderungen besonders deutlich. Neben organisatorischen Unklarheiten wird auch die zunehmende administrative Belastung kritisch beurteilt. Gleichzeitig stehen pädagogische Anliegen teilweise im Spannungsfeld zu Sparmassnahmen.
Zusammenfassend hält die GPK fest, dass die bestehende Gemeindestruktur zwar eine tragfähige Grundlage bietet, deren Wirksamkeit jedoch durch strukturelle Schwächen und unklare Zuständigkeiten eingeschränkt wird. Es besteht weiterhin ein klarer Handlungsbedarf.
Aus Sicht der GPK sind Kostensenkungen insbesondere durch gezielte Optimierungen von Abläufen und Prozessen realistisch und erreichbar. Durch eine systematische Analyse bestehender Strukturen können Verbesserungspotenziale identifiziert und Ressourcen effektiver eingesetzt werden.
Weitere Themen
Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt angespannt. Gesunde Gemeindefinanzen erfordern einen ausgeglichenen Haushalt, eine ausreichende Selbstfinanzierung sowie eine konsequente Priorisierung der Ausgaben. Die GPK stellt fest, dass diese Ziele aktuell nur teilweise erreicht werden.
Es ist aus Sicht der GPK zentral, dass transparente Entscheidungsprozesse sowie eine verbindliche und langfristige Finanzplanung etabliert werden. Nur so können Investitionen nachhaltig gesichert und die Verschuldung kontrolliert gesteuert werden.
Im Rahmen der Tandemgespräche wurden zudem verschiedene operative Themen behandelt. Dazu gehörten insbesondere die Abfallbewirtschaftung, welche weiterhin mit täglichen Herausforderungen verbunden ist, sowie die Sparmassnahmen, die im Departement Bau und Versorgung (DBV) aufgezeigt wurden. Die GPK stellt fest, dass diese Massnahmen teilweise kurzfristig wirken, jedoch eine übergeordnete strategische Einbettung noch nicht ausreichend erkennbar ist.
Im letzten Tandemgespräch wurde zudem der Landverkauf Rohdannenberg thematisiert. Die GPK weist darauf hin, dass solche Geschäfte im Kontext einer langfristigen Finanzstrategie beurteilt werden müssen.
Im Departement Gesellschaft und Gesundheit (DGG) steht weiterhin die Förderung des sozialen Zusammenhalts im Vordergrund. Die GPK beurteilt die entsprechenden Bestrebungen grundsätzlich positiv. Die Teilnahme an der geplanten Studie der FH Ost im Jahr 2026 wird als sinnvoll erachtet, um fundierte Grundlagen für zukünftige Entscheide zu schaffen.
Die Entwicklung in der Jugendarbeit wird positiv bewertet. Das neue Konzept konnte erfolgreich umgesetzt werden und die Angebote werden gut genutzt. Auch bei cura unita glarus zeigt sich eine stabile Entwicklung. Die Zusammenlegung im Bereich Langzeitpflege und Spitex hat sich grundsätzlich bewährt, wobei die langfristige Entwicklung weiterhin zu beobachten ist.
Der Lehrkräftemangel bleibt weiterhin eine der grössten Herausforderungen. Die Anstellung von nicht oder nicht stufengerecht ausgebildeten Lehrpersonen ist weiterhin notwendig, was sich direkt auf die Qualität sowie die Attraktivität des Berufs auswirkt. Die damit verbundenen Lohnabschläge von 7% respektive 14% wurden im Rahmen der Tandemgespräche vertieft thematisiert. Die GPK stellt fest, dass diese Massnahme zwar finanziell begründet ist, jedoch das Risiko birgt, die Situation zusätzlich zu verschärfen.
Die GPK sieht hier einen klaren Zielkonflikt zwischen Sparmassnahmen und der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Bildung. Es ist aus Sicht der GPK notwendig, diese Thematik strategisch anzugehen und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.
Im Departement Wald und Landwirtschaft (DWL) wurde im Rahmen des Tandemgesprächs die Umsetzung der Alpstrategie erörtert. Es bestehen weiterhin Alpen, die gestützt auf die geltenden rechtlichen Vorgaben sanierungsbedürftig sind. Angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde wurde vorläufig auf die Sanierung weiterer Alpen verzichtet. Die GPK hält fest, dass eine sorgfältige und nachvollziehbare Abwägung zwischen dem Verzicht auf weitere Sanierungen und den damit verbundenen Risiken aufgrund nicht mehr rechtskonformer Alpen vorzunehmen ist. Im Rahmen des Projekts gesunde Gemeindefinanzen hat das DWL seine beiden Forstreviere zusammengelegt und 30 Stellenprozent eingespart.
Die GPK dankt den Mitgliedern des Gemeinderats, den Mitarbeitenden der Verwaltung sowie den Kommissionen für die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Gleichzeitig weist die GPK darauf hin, dass die anstehenden Herausforderungen eine noch engere und verbindlichere Zusammenarbeit erfordern.
Für das kommende Jahr wird die GPK insbesondere die Umsetzung der Empfehlungen aus dem Schwerpunktbericht weiter begleiten. Im Zentrum stehen dabei die Klärung der Zuständigkeiten, die Verbesserung der Entscheidungsprozesse sowie die nachhaltige Stabilisierung der Gemeindefinanzen.
Die GPK erwartet, dass die identifizierten Schwachstellen konsequent angegangen werden und die notwendigen strukturellen Anpassungen zeitnah erfolgen.
Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde Glarus
Hans-Peter Müller, Präsident