Traktandum 6
Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Glarus: Genehmigung
6.1 Die Vorlage im Überblick
Die Gemeinde Glarus schliesst das Jahr 2025 mit einem Gewinn von CHF 4'070'715 ab (Vorjahr Verlust CHF 2'820'467). Das Budget 2025 sah einen Verlust von CHF 2'029'392 vor. Die Gründe für diese grosse Abweichung von rund CHF 6.1 Mio. zwischen Budget und dem effektiven Ergebnis 2025 liegen beim tieferen Personalaufwand (CHF -2.0 Mio.), dem tieferen Sach- und übrigen Betriebsaufwand (CHF -0.8 Mio.), dem höheren Fiskalertrag (CHF +2.1 Mio.), den höheren Entgelten (CHF +1.2 Mio.) und dem höheren Finanzertrag (CHF +1.3 Mio.). Dagegen mussten höhere Einlagen in Fonds und Spezialfinanzierungen (+CHF 1.4 Mio.) getätigt werden und die Entnahme aus der finanzpolitischen Reserve entfiel. Diese grossen Abweichungen bei den Ausgaben resultieren vorwiegend aus getätigten Sparmassnahmen (vor allem beim Personal- sowie dem Sach- und übrigen Betriebsaufwand), dem weiterhin steigenden Fiskalertrag und den CHF 3.1 Mio. aus realisierten Gewinnen durch Liegenschaftsverkäufe und Marktwertanpassungen Grundstücke Finanzvermögen.
Die Gemeinde investierte im vergangenen Jahr netto CHF 10.1 Mio. (Vorjahr CHF 16.1 Mio.), womit die Investitionstätigkeit hoch geblieben ist. Es wurden 49% des Nettoinvestitionsbudgets von CHF 20.4 Mio. (inkl. Übertragungskredite) umgesetzt (Vorjahr 64%).
Das operative Ergebnis im Jahr 2025 (CHF +4.1 Mio.) hat sich im Vergleich (Vorjahr CHF -2.8 Mio.) stark verbessert (CHF +6.9 Mio.).
Die finanzielle Situation der Gemeinde im Vergleich zum Budget und zum Vorjahr hat sich im Jahr 2025 stark verbessert. Die finanzpolitische Ausgangslage der Gemeinde Glarus bleibt dennoch sehr herausfordernd. Die Gemeinde muss sich verschulden, um die Investitionen zu decken.
6.2 Die Jahresrechnung 2025 im Einzelnen
Erfolgsrechnung: Jahresvergleich zum Budget 2025 und zum Vorjahr
Gegenüber dem pro Geschäftsjahr 2025 budgetierten Verlust von CHF -2.0 Mio. sind folgende wichtige Abweichungen die Treiber, welche zu dem besseren Ergebnis von CHF 4.1 Mio. Gewinn geführt haben (Details sind in den Beilagen zum Memorial zu finden. Sie sind auf der Website der Gemeinde Glarus aufgeschaltet):
| CHF | -2.0 Mio. | Budgetierter Verlust 2025 |
| CHF | +2.0 Mio. | Tieferer Personalaufwand |
| CHF | +0.8 Mio. | Tieferer Sach- und übriger Betriebsaufwand |
| CHF | +0.4 Mio. | Tiefere Abschreibungen Verwaltungsvermögen |
| CHF | +0.4 Mio. | Tieferer Finanzaufwand |
| CHF | -1.6 Mio. | Höhere Einlagen/Entnahmen in Fonds und Spezialfinanzierungen als budgetiert, v.a.: |
| CHF | +0.2 Mio. | Tieferer Transferaufwand |
| CHF | +0.5 Mio. | Höherer Transferertrag |
| CHF | +1.2 Mio. | Höhere Entgelte, v.a.: |
| CHF | +0.1 Mio. | Höhere Verschiedene Erträge |
| CHF | +1.3 Mio. | Höherer Finanzertrag, v.a.: * CHF -1.1 Mio. Gewinn aus Verkauf Grundstücke und Gebäude Finanzvermögen * CHF +2.0 Mio. Marktwertanpassungen Grundstücke Finanzvermögen |
| CHF | +2.1 Mio. | Höherer Fiskalertrag |
| CHF | -1.2 Mio. | Keine Verwendung Finanzpolitischer Reserve |
| CHF | -0.1 Mio. | Diverses/Rundung |
| CHF | +4.1 Mio. | Jahresgewinn 2025 |
Die wichtigsten Veränderungen im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr begründen sich folgendermassen (Details sind in den Beilagen zum Memorial zu finden. Sie sind auf der Website der Gemeinde Glarus aufgeschaltet):
| CHF | -2.8 Mio. | Jahresverlust 2024 |
| CHF | +0.5 Mio. | Tieferer Personalaufwand |
| CHF | +0.8 Mio. | Tieferer Sach- und übriger Betriebsaufwand |
| CHF | -0.4 Mio. | Höherer Abschreibungsaufwand infolge zunehmendem Verwaltungsvermögen |
| CHF | +0.3 Mio. | Tieferer Finanzaufwand (v.a. tieferer Liegenschaftsaufwand Finanzvermögen und Wertberichtigungen Anlagen Finanzvermögen) |
| CHF | +0.6 Mio. | Tieferer Transferaufwand, v.a.: * CHF -0.2 Mio. Diverses |
| CHF | +1.0 Mio. | Höherer Fiskalertrag |
| CHF | +0.1 Mio. | Höhere Entgelte |
| CHF | +0.1 Mio. | Höhere Verschiedene Erträge |
| CHF | +3.2 Mio. | Höherer Finanzertrag, v.a.: * CHF +1.1 Mio. Gewinn aus Verkauf Grundstücke und Gebäude Finanzvermögen * CHF +2.0 Mio. Marktwertanpassungen Grundstücke Finanzvermögen |
| CHF | +0.7 Mio. | Höherer Transferertrag (v.a. Beiträge von Gemeinwesen und Dritten) |
| CHF | +4.1 Mio. | Jahresgewinn 2025 |
Investitionstätigkeit deutlich niedriger
Die Nettoinvestitionssumme beträgt mit CHF 10.1 Mio. um CHF 6.1 Mio. weniger als im Vorjahr. Budgetiert waren im Jahr 2025 inklusive Übertragungskrediten Nettoinvestitionen von CHF 20.4 Mio. Somit wurden rund 49% des Investitionsbudgets effektiv umgesetzt. Die nachfolgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2020 die effektiv umgesetzten Investitionen:
Zahlen in CHF
In den letzten Jahren wurden die grössten Investitionen vor allem in den Bereichen Sportanlagen, Hochwasserschutz, Schulanlagen und Strassen bzw. Werkleitungen getätigt. Im Jahr 2025 konzentrierten sich die Investitionen vor allem auf die Bereiche Schulanlagen sowie Strassen bzw. Werkleitungen. Die einzelnen Positionen des Jahres 2025 sind in der Beilage «Jahresrechnung 2025: Investitionsrechnung» dargestellt.
Der Investitionsanteil ist mit 19.1% (Vorjahr: 26.4%) bedeutend tiefer. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt vergleichsweise hohe 94.3% (Vorjahr: 13.6%).
Spezialfinanzierungen: Erneute Zunahmen des Kapitals
Die Spezialfinanzierungen Abwasserbeseitigung und Abfallentsorgung haben sich weiter positiv entwickelt. Per Ende Jahr 2025 wird im Eigenkapital bei der Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung ein Kapital von CHF 3.65 Mio. ausgewiesen, die Spezialfinanzierung Abfallentsorgung weist ein Kapital von CHF 0.17 Mio. und die Spezialfinanzierung Feuerwehr weist ein Kapital von CHF 0.17 Mio. aus.
Gemeinde-Energiefonds: Hohe Entnahmen
Aus dem Gemeinde-Energiefonds können Vorhaben im Bereich erneuerbare Energien sowie zur Reduktion des CO<sub>2</sub>-Ausstosses der Gemeinde und von deren Anstalten unterstützt werden. Die finanzielle Situation des Energiefonds sowie die Verwendung der Fondsmittel präsentieren sich wie nachfolgend dargestellt.
Im Budget 2025 waren Entnahmen aus dem Energiefonds von insgesamt CHF 1'127'540 budgetiert. Es wurden keine Beiträge an öffentliche Unternehmungen abgerechnet. Die Entnahmen waren mit CHF 483'491 tiefer als vorgesehen, wobei einzelne Positionen ins Geschäftsjahr 2026 übertragen wurden. Mit der Erhebung der Konzessionsabgabe wurden CHF 911'053 (Budget CHF 980'000) eingenommen.
Per 31. Dezember 2025 weist der Energiefonds der Gemeinde Glarus einen Bestand von CHF 954'882 auf. Somit ist er um CHF 431'541 höher als zu Jahresbeginn.
| Beiträge an Aufwandpositionen der Erfolgsrechnung (in CHF) | IST | Budget |
| Verrechnung von Dienstleistungen und Personalkosten | 70'000 | 70'000 |
| Mehrkosten Energiestadt betreffend erneuerbare Energie | 73'794 | 130'000 |
| Energiestadt-Prozess | 9'943 | 10'000 |
| Umsetzung Energieplanung | 0 | 10'000 |
| Z-Bonus Pass / Firmenabo | 4'430 | 22'500 |
| Beitrag an Projekte und Projektunterstützung Fachstelle Umwelt und Energie (FSUE) | 3'682 | 25'000 |
| Total | 161'849 | 267'500 |
| Beiträge an Investitionen (in CHF) | IST | Budget |
| Instandsetzung Strassenbeleuchtung | 60'750 | 100'000 |
| Ladeinfrastruktur Elektromobilität | 77'192 | 80'000 |
| Gebäudeunterhalt Ersatz Fahrzeug | 10'000 | 10'000 |
| Sportanlage Buchholz, Energetische Sanierung Garderoben | 51'200 | 125'000 |
| Schulhaus Erlen, Gesamtsanierung | 40'000 | 40'000 |
| Burg-Schulhaus, Ersatz Fenster (Übertragungskredit aus 2024) | 82'500 | 0 |
| Ersatz Hako Citymaster 2022 (Multifunktions-/Kehrmaschine) | 0 | 126'540 |
| Miteigentum Feuerwehrgebäude Buchholz: Dachsanierung mit PV-Anlage | 0 | 200'000 |
| Werkhof Ygruben: Umrüstung Beleuchtung auf LED | 0 | 12'500 |
| Gemeinde- u. Gesellschaftshaus Ennenda: Anschluss an Wärmeverbund | 0 | 40'000 |
| Schulhaus Dorf, Ennenda: Sanierungsarbeiten | 0 | 42'000 |
| Gemeindehaus Glarus: Dachfenster | 0 | 48'000 |
| Turnhalle und Schwimmbad Gründli, Glarus: Sanierungsarbeiten | 0 | 36'000 |
| Total | 321'642 | 860'040 |
| Total Entnahmen aus dem Energiefonds | 483'491 | 1'127'540 |
Realisierte Gewinne und Marktwertanpassungen Grundstücke Finanzvermögen
Die im Jahr 2025 vollzogenen Liegenschaftsverkäufe und Marktwertanpassungen von Liegenschaften im Finanzvermögen von CHF 3.1 Mio. sind ein einmaliger Effekt und begründen hauptsächlich die Höhe des Jahresgewinnes 2025 von CHF 4.1 Mio.:
Im Jahr 2025 resultierten folgende Gewinne aus Verkäufen von Grundstücken und Gebäuden des Finanzvermögens:
Im Jahr 2025 resultierten folgende Marktwertanpassungen bei Grundstücken des Finanzvermögens:
*GRB = Gemeinderatsbeschluss
Finanzpolitische Reserve
Allfällige Aufwandüberschüsse könnten bei Bedarf mittels der Finanzpolitischen Reserve gedeckt werden. Ebenso wäre eine Einlage in die Finanzpolitische Reserve im Umfang des Ertragsüberschusses zulässig. Mit einer Einlage oder Verwendung der Finanzpolitischen Reserve findet ein rein buchhalterischer Vorgang statt, um weniger Gewinn oder Verlust als effektiv angefallen auszuweisen. Ein Geldfluss findet nicht statt. Die Finanzpolitische Reserve wird gebildet bzw. aufgelöst, um die Jahresrechnung zu beeinflussen und ein nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln.
Im Budget 2025 war eine Entnahme aus der Finanzpolitischen Reserve von CHF 1.2 Mio. budgetiert. Aufgrund des positiven Ergebnisses wurde dieser Betrag nicht entnommen.
Der Gemeinderat schliesst Einlagen in oder Entnahmen aus der Finanzpolitischen Reserve in Zukunft nicht aus. Per Ende des Jahres 2025 beträgt die Höhe der Finanzpolitischen Reserve CHF 19.9 Mio.
Pro-Kopf-Schuld steigt
Die Gemeinde weist per 31. Dezember 2025 eine Nettoschuld von CHF 26.0 Mio. (Vorjahr Nettoschuld CHF 25.5 Mio.) aus, was einer Schuld von CHF -2'021 (Vorjahr: CHF -2'001) pro Einwohner/in entspricht. Die Gemeinde verfügt über ein Eigenkapital von CHF 58.2 Mio. (Vorjahr: CHF 56.1 Mio.). Das Fremdkapital ist auf CHF 100.5 Mio. (Vorjahr: CHF 82.2 Mio.) angestiegen.
Personelles
| Mitarbeitendenbestand Ist
2018 – Ist 2025 (exkl. Lernende und Praktikanten) | Lernende und Praktikanten | |||
| Jahr | Angestellte | Vollzeitstellen | Anzahl | |
| 31.12.2018 | 280 | 202 | 10 | |
| 31.12.2019 | 293 | 211 | 14 | |
| 31.12.2020 | 297 | 219 | 15 | |
| 31.12.2021 | 323 | 231 | 13 | |
| 31.12.2022 | 325 | 229 | 13 | |
| 31.12.2023 | 336 | 236 | 14 | |
| 31.12.2024 | 351 | 243 | 13 | |
| 31.12.2025 | 343 | 239 | 16 |
Die per 31. Dezember 2025 ausgewiesene Reduktion des Mitarbeitendenbestandes sowie die Abnahme der Vollzeitstellen im Vergleich zum Vorjahr sind insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Verwaltungspersonal (Reduktion um 390 Stellenprozente) und bei der Bildung (Nichtlehrpersonen Reduktion um 45 Stellenprozente und Tagesstrukturen Reduktion um 71 Stellenprozente) abgebaut wurde. Bei den Lehrpersonen fand eine Erhöhung um 135 Stellenprozente statt.
Rechnungen im Jahresvergleich (in CHF bzw. in %)
|
| Rechnung 2025 | Budget 2025 | Rechnung | Rechnung | Rechnung | Rechnung | Rechnung |
| Gesamtergebnis Erfolgsrechnung | 4'070'715 | -2'029'392 | -2'820'467 | -360'168 | -4'055'534 | -4'002'217 | +492'952 |
| Operatives | 4'070'715 | -3'229'392 | -2'820'467 | -360'168 | -4'120'534 | -4'002'217 | +1'949'157 |
| Personalaufwand | 30'284'693 | 32'286'530 | 30'801'958 | 30'007'465 | 28'525'131 | 27'568'386 | 26'552'096 |
| Sach- und | 11'160'760 | 11'964'029 | 12'005'705 | 11'503'422 | 11'845'767 | 11'820'331 | 11'046'209 |
| Abschreibungen ordentlich | 3'431'396 | 3'876'815 | 2'942'015 | 2'303'042 | 4'211'742 | 3'582'776 | 3'586'723 |
| Gesamter | 56'708'189 | 58'402'700 | 58'287'779 | 54'891'520 | 58'928'486 | 59'147'589 | 54'516'760 |
| Selbstfinanzierung | 9'486'115 | 1'020'688 | 2'184'842 | 3'609'036 | 1'956'432 | 888'442 | 5'912'967 |
| Abschreibungen zusätzlich | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1'456'205 |
| Investitionen | 10'064'626 | 20'370'720 | 16'119'119 | 19'978'856 | 11'408'745 | 6'404'671 | 8'624'706 |
| Investitionsanteil | 19.1% | 20.7% | 26.4% | 30.8% | 22.0% | 13.6% | 16.3% |
| Selbstfinanzierungsgrad | 94.3% | 24.8% | 13.6% | 18.1% | 17.1% | 13.9% | 68.6% |
| Fiskalertrag | 38'219'463 | 36'140'000 | 37'221'222 | 36'269'866 | 37'190'302 | 35'861'439 | 39'844'548 |
| Gemeinde- | 56% | 56% | 56% | 56% | 61% | 61% | 63% |
| Nettovermögen pro Einwohner/-in | -2'021 | -3'039 | -2'001 | -881 | 422 | 1'175 | 1'619 |
Übertragungs- und Nachtragskredite; Kreditüberschreitungen
Gemessen am gesamten Aufwandvolumen waren sowohl anzahl- als auch betragsmässig wenige Kreditüberschreitungen sowie Nachtrags- und Zusatzkredite notwendig. Im Jahr 2025 gibt es keine Nachtragskredite, die in die Kompetenz der Gemeindeversammlung fallen.
Der Gemeinderat hat anlässlich der Beratung des Rechnungsabschlusses alle Kreditüberschreitungen und die in seine Kompetenz fallenden Nachtrags- und Zusatzkredite genehmigt. Auch im Rahmen des unterjährigen, quartalsweisen Finanzcontrollings finden für abgeschlossene Projekte sowie für Projekte und Aufgaben, bei denen voraussichtliche Budgetüberschreitungen eintreten, jeweils bereits gemeinderätliche Genehmigungen beziehungsweise Kenntnisnahmen statt. In den Finanzcontrollings werden ferner alle ab einem bestimmten Betrag vorhandenen oder drohenden wesentlichen Budgetaufwandüberschreitungen von den zuständigen Personen erläutert. So ist der Gemeinderat jeweils zeitgerecht informiert und es können, wo nötig und möglich, unterjährig Massnahmen ergriffen werden. Über die Kreditüberschreitungen gibt die Tabelle «Jahresabschluss 2025: Kreditüberschreitungen gemäss Art. 52 Finanzhaushaltgesetz (FHG)» Auskunft. Der Gemeinderat ersucht die Gemeindeversammlung diesbezüglich um Entlastung.
Im Vergleich zum Vorjahr werden mengenmässig weniger und betragsmässig viel weniger noch nicht verwendete Budgetkredite infolge Verzögerungen bei der Realisierung von Projekten der Investitionsrechnung 2025 auf das Folgejahr 2026 übertragen. Die Übertragungskredite im Umfang von CHF 2.5 Mio. sind in der Tabelle «Jahresabschluss 2025: Übertragungskredite 2026» ersichtlich. Zusammen mit den für das Jahr 2026 ordentlich budgetierten Nettoinvestitionen von CHF 7.6 Mio. ergibt sich ein Investitionsbudget 2026 von insgesamt CHF 10.1 Mio. Das Investitionsvolumen bleibt somit in Anbetracht der finanziellen Situation weiterhin hoch, auch wenn es gegenüber dem Jahr 2025 (CHF 20.4 Mio.) tiefer ist.
6.3 Revision der Jahresrechnung
Die durch die Geschäftsprüfungskommission beauftragte externe Revisionsstelle PROVIDA Wirtschaftsprüfung AG, Frauenfeld, hat die Jahresrechnung 2025 geprüft. Der Revisionsbericht ist nachfolgend abgedruckt.
Die Revisionsstelle empfiehlt, die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Glarus zu genehmigen.
6.4 Weitere Unterlagen und Beantwortung von Fragen
Zusätzlich zu den im Memorial enthaltenen Informationen stehen auf der Website der Gemeinde www.glarus.ch > Politik > Gemeindeversammlung detaillierte Angaben zum Jahresabschluss 2025 zur Verfügung.
Ferner geben die Verantwortlichen des Departements Finanzen und Controlling bei Fragen und Anliegen gerne persönlich Auskunft. Bitte wenden Sie sich an:
Hans-Jürg Küng, Departementsleiter Finanzen und Controlling
Gemeindehaus Glarus, Gemeindehausplatz 5, 8750 Glarus
Telefon direkt: 058 611 88 15
E-Mail: hans-juerg.kueng@glarus.ch
6.5 Erwägungen des Gemeinderats
Die Gemeinde Glarus hatte in den Geschäftsjahren 2021–2024 hohe negative Ergebnisse. Im Budget 2025 und nach der damals beantragten, von der Gemeindeversammlung nicht genehmigten Erhöhung des Gemeindesteuerfusses um 3% (entspricht rund CHF 2 Mio. Steuereinnahmen) wurde im Geschäftsjahr 2025 ein Budgetverlust von CHF -2.0 Mio. ausgewiesen. Die Herleitung des nunmehr vorliegenden positiven Ergebnisses von CHF 4.1 Mio. findet sich in Absatz 6.2 ‚Die Jahresrechnung 2025 im Einzelnen’.
Die im Jahr 2025 vollzogenen Verkäufe und Marktwertanpassungen von Liegenschaften Finanzvermögen von CHF 3.1 Mio. (einmaliger Effekt), der gegenüber Vorjahr und auch gegenüber Budget tiefe Personalaufwand und der hohe Fiskalertrag sind die drei Haupttreiber, die zu einem Jahresgewinn 2025 von CHF 4.1 Mio. führen. Im Geschäftsjahr 2025 besteht auch ohne diese Einmaleffekte kein strukturelles Defizit. Die Selbstfinanzierung ohne Einmaleffekte beträgt CHF 6.4 Mio.
Deutlich erkennbar sind die Sparbemühungen und die erfolgten Sparmassnahmen. Einsparungen resultierten unter anderem aus einer zurückhaltenden Ausgabenpraxis sowie aus Effizienzsteigerungen in verschiedenen Bereichen von Verwaltung, Betrieb und Schule. Besonders wichtig ist, dass diese erfolgten Sparmassnahmen beibehalten werden und in die Budgetierung 2027 entsprechend einfliessen, damit diese Kostenbasis Bestand hat und noch weiter reduziert werden kann.
Der vorliegende Jahresgewinn 2025 von CHF 4.1 Mio. darf nicht zu einer zu positiven Bewertung verleiten. Die bisher getätigten Sparbemühungen müssen weiter intensiviert werden. Nachhaltig wirksames Sparen ist hauptsächlich durch Leistungsabbau mit entsprechendem Abbau von Kosten möglich. Die finanzielle Situation der Gemeinde ist angesichts anstehender grosser Investitionen anspruchsvoll. Der Hauptfokus bleibt auf der Erreichung eines mittelfristig ausgeglichenen Haushaltes, einer genügenden Selbstfinanzierung und auf der Rückzahlung von Darlehensverpflichtungen.
Obwohl der Gemeindesteuerfuss seit dem Jahr 2018 deutlich reduziert wurde (um 7%), sind die Fiskaleinahmen 2025 um rund CHF 2.5 Mio. höher als im Jahr 2018. In Anbetracht der bestehenden und weiterhin ungenügenden Selbstfinanzierung, der anfallenden Ausgaben und des hohen Investitionsbedarfs ist die per 2026 eingeführte Erhöhung des Gemeindesteuerfusses um 5% nötig.
Auf der Grundlage der Steuerdaten des Jahres 2023 musste die Gemeinde Glarus im Jahr 2025 Ressourcenausgleichszahlungen von CHF 0.7 Mio. an die Gemeinde Glarus Süd bezahlen. Die Gemeinde Glarus Nord musste ebenfalls CHF 0.2 Mio. an die Gemeinde Glarus Süd bezahlen. Die Leistungen der Gemeinde Glarus werden für den innerkantonalen Finanzausgleich im laufenden Jahr 2026 auf CHF 0.8 Mio. ansteigen.
Getrieben durch den Einmaleffekt aus realisierten Gewinnen durch Liegenschaftsverkäufe und Marktwertanpassungen Grundstücke Finanzvermögen liegt im Jahr 2025 der Selbstfinanzierungsgrad bei 94.3% (Vorjahr 13.6%). Trotz des deutlich besseren Wertes als in den Vorjahren ist die Selbstfinanzierung in Anbetracht der anstehenden (Gross-)Investitionen zu tief und die Aufnahme von Fremdkapital zur Finanzierung der Investitionen und der Geschäftstätigkeit nötig. Die Gemeinde Glarus hat Ende des Jahres 2025 CHF 10 Mio. Darlehen beim Kanton Glarus in Zusammenhang mit dessen erstmaliger Anleihensemission aufgenommen. Damit konnte sie für einen Teil ihrer zukünftigen Investitionstätigkeiten eine langfristige Finanzierung zu 0,701 Prozent sichern.
Die Gemeinde Glarus ist von einer genügenden Selbstfinanzierung für die geplanten mittel- und langfristigen Investitionen noch weit entfernt. Sowohl der Selbstfinanzierungsgrad als auch die Steuerungsgrösse «Nettoschuld pro Einwohner/in» sind direkt abhängig von der Höhe der Investitionstätigkeit und vom Finanzierungsbedarf. Die Gemeinde wies im Jahr 2023 erstmals eine Nettoschuld von CHF -881 pro Einwohner/-in aus, welche sich bis im Jahr 2025 auf CHF -2'021 erhöht hat. Der Zielwert von maximal CHF -1'000 Nettoschuld pro Einwohner/-in wurde innert kurzer Frist negativ übertroffen.
Der Gemeinderat plant weiterhin eine Begrenzung der Investitionssumme, um die finanzielle Sanierung zu fördern und die zusätzliche Verschuldung zu senken. So soll die Investitionstätigkeit im Jahr 2026 deutlich begrenzt werden auf CHF 7.6 Mio. In den nächsten Jahren stehen insbesondere in den Bereichen Schulraumentwicklung, Hochwasserschutz und Basisinfrastruktur grosse Projekte an. Die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Glarus sind dabei zwingend zu berücksichtigen und sämtliche Investitionsvorhaben kritisch zu hinterfragen sowie zu priorisieren. Für Grossinvestitionen ist ein Bausteuerzuschlag wahrscheinlich notwendig.
Die finanzpolitische Ausgangslage der Gemeinde Glarus bleibt weiterhin herausfordernd. Der Gemeinderat wird das Ziel eines mittelfristig ausgeglichenen Haushaltes mit höchster Priorität weiterverfolgen. Es werden weitere Schritte des Gemeinderats und der Departemente erfolgen, um die Auf- und Ausgaben der Gemeinde kritisch auf deren Notwendigkeit zu reduzieren. Auch die Gemeindeversammlung wird im Rahmen von künftigen Anträgen entscheiden, welche Aufgaben die Gemeinde nebst dem Kernauftrag erbringen soll.
Ohne Leistungsabbau sind weitere Steuererhöhungen in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht zu vermeiden.
Der Gemeinderat dankt allen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern und auch allen Mitarbeitenden für die hohe Finanzdisziplin und die gleichzeitig wirkungsvolle Arbeit im Dienst der Öffentlichkeit.
6.6 Antrag an die Gemeindeversammlung
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen und auf der Grundlage von Art. 51 Abs. 4 und Abs. 5 sowie Art. 52 Abs. 3 des Finanzhaushaltgesetzes respektive Art. 27 Abs. 1 Bst. d des Gemeindegesetzes sowie Art. 14 Abs. 1 und Abs. 3 Bst. c und d der Gemeindeordnung beantragt der Gemeinderat den Stimmberechtigten, folgenden Beschluss zu fassen:
- Von den nachfolgend abgedruckten Kreditüberschreitungen wird Kenntnis genommen und dem Gemeinderat wird Entlastung erteilt.
- Die nachfolgend abgedruckten Abrechnungen der durch die Stimmberechtigten gesprochenen, abgeschlossenen Verpflichtungskredite werden genehmigt.
- Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Glarus, die einen Ertragsüberschuss
von CHF 4’070'715 ausweist, wird genehmigt.
Stellungnahme der Geschäftsprüfungskommission (GPK)
Die GPK konnte sich an der Besprechung mit der Revisionsstelle sowie an der Sitzung mit dem Gemeinderat vom 27. März 2026 davon überzeugen, dass die Jahresrechnung 2025 ordnungsgemäss und gemäss den kantonalen sowie kommunalen gesetzlichen Vorgaben geführt wurde. Es konnten keine Anzeichen von Unregelmässigkeiten in der Jahresrechnung der Gemeinde Glarus festgestellt werden. Die Sicherstellung eines ausgeglichenen Haushalts, einer ausreichenden Selbstfinanzierung sowie der Abbau der Darlehensverpflichtungen bleiben weiterhin von zentraler Bedeutung.
Die GPK empfiehlt, die Kreditüberschreitungen zur Kenntnis zu nehmen und dem Gemeinderat Entlastung zu erteilen.
Die GPK empfiehlt der Gemeindeversammlung die Abrechnungen und die Verpflichtungskredite zu genehmigen.
Die GPK beantragt der Gemeindeversammlung, die Jahresrechnung 2025 in Übereinstimmung mit dem Bericht der PROVIDA Wirtschaftsprüfung AG zu genehmigen und dem Antrag des Gemeinderates zu folgen.